Buchcover von

Eine Ode an das Meer

„Wenn mein Buch über das Meer poetisch ist, dann nicht, weil ich es bewusst so geschrieben hätte, sondern weil niemand wahrhaftig über das Meer schreiben kann, wenn er die Poesie dabei auslässt“. (Rachel Carson)

Ich liebe das Meer. Und ich liebe Bücher über das Meer. Auf meinem Urlaubslektüre-Stapel lag deswegen auch Richard Hamblyns Buch „Das Meer“, Untertitel: „Wie wir ihm seine Geheimnisse entlocken. Und es doch nie verstehen werden.“ Gelesen habe ich es am Strand, in jeder Lesepause das Türkisblau der Adria vor Augen.

Hamblyn nimmt uns mit auf eine poetische Reise über die Wellen und durch die Kulturgeschichte, zu Meeresungeheuern, Matrosen, Musik, Malerei.

Von Mythen, Monstern und Musik

„Das Meer“ verbindet sorgfältig recherchierte wissenschaftliche Fakten mit künstlerischen Ausdrucksformen und menschlichen Erfahrungen rund um eine der größten Geheimnis unseres Planeten.

Wir begegnen dem einsamsten Wal des Ozeans, Riesenkalamaren, und Bruce, dem mechanischen Monster aus Steven Spielbergs „Der weiße Hai“. Wir tauchen ein in vom Meer inspirierte Kunst, Musik, Filme und Literatur. Wir lernen die Sprache des Ozeans und das moderne SeaSpeak auf den Containerschiffen kennen. Und wir erfahren, warum die Matrosen auf Handelsschiffen Shantys sangen – und wie wichtig ihre Gesänge für den Alltag an Bord war.

Gesang, Sprache und Seefahrt

Abenteuerliche Entdeckungsreisen, uralte Handelswege, Navigation, Schiffbruch, Aberglaube: Hamblyn schöpft aus der ganzen Fülle an Themen, die die Ozeane für uns bereithalten. Dabei erzählt er unterhaltsam und genau, in Geschichten und Anekdoten, verwandelt die vielen sachlichen Informationen in eine gut lesbare, anschauliche Lektüre.

Nachdenkliche Schlussworte

Im Nachwort fordert der er den Schutz der Meere ein, für die das 20. Jahrhundert eine einzige, menschengemachte, Katastrophe war, von der Überfischung über die Verschmutzung mit Chemikalien und Plastik bis zur Erwärmung durch den Klimawandel. Er plädiert dafür, die Ozeane als weltweite Schutzzone anzuerkennen. So würden die Menschen vielleicht lernen,  ihren Wert und ihre fragilen Ökosysteme zu schätzen und Lehren aus den Fehlern der Vergangenheit ziehen.

Fazit

Wunderschön illustriertes Sachbuch, dem man allein der Bilder wegen ein größeres Format gewünscht hätte.  Informative Sommerlektüre, besonders geeignet für einen Urlaub am Meer.

Richard Hamblyn: Das Meer. Wie wir ihm seine Geheimnisse entlocken und es doch nie verstehen werden, Knesebeck, 272 Seiten, 22 Euro

 

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner