Geblieben, um zu schreiben oder: Geschrieben, um zu bleiben? Ich weiß es nicht genau. Und es ist auch egal. Das Thema Schreiben dominierte jedenfalls meinen Oktober – und mein ganzes Jahr. Oktober 2023: Ein Monat mit vielen ersten Malen. 

Back to the roots

Anfang des Monats habe ich zum ersten Mal nach vielen Monaten wieder für eine Zeitung geschrieben. Das ist eigentlich nichts Besonderes, es ist mein Beruf und ich schreibe seit über zwanzig Jahren Artikel. Und doch. Nach der Trennung von meinem langjährigen Arbeitgeber vor über einem Jahr, empfand ich die journalistische Arbeit als „verbrannte Erde“. Ich hatte keine Lust mehr. Ich wollte für keine Zeitung mehr arbeiten.

Über die Monate verblasste das Gefühl. Meine Finger kribbelten. Ich wollte wieder schreiben.  Ich mag es, im Lokalen zu arbeiten. Ich habe einer Zeitung meine freie Mitarbeit angeboten, einen ersten Auftrag angenommen. Und ja: Es hat unglaublich Spaß gemacht. Ein tiefes, gutes Gefühl: Das zu tun, was ich gelernt habe. Worin ich Routine habe. Was mir leichtfällt.

 

 

 

Beratungen mit Hund und zwei Jahreszeiten in 24 Stunden

Das zweite große Thema im Oktober war der Praxis-Baustein meiner Schreibberater-Ausbildung an der PH Freiburg. Das erste Semester verlief online. Jetzt im Oktober habe sich alle Teilnehmerinnen virtuell getroffen, um fünf Tage lang die praktische Beratung zu üben. Ich bin mit meiner Hündin Zoey ins Allgäu gefahren, um Ruhe zu haben. Wir kamen freitags bei 27 Grad im Hochsommer an. In der Nacht auf Samstag brach der Winter ein und auf den Bergen leuchtete mir am nächsten Morgen Schnee entgegen.

 

 


 

Die Arbeit war ziemlich intensiv. Außer mir machen alle die Ausbildung in einem akademischen Kontext. Deswegen ging es in den gespielten Beratungssituationen auch um Master- und Doktorarbeiten, um akademische Literaturrecherche und digitale Literaturverwaltung.  

Trotzdem habe ich viel mitgenommen, vor allem von den beiden Frauen aus meiner Beratungs-Dreiergruppe. Mir ist bewusst geworden, wie wichtig gutes Zuhören ist. Wie sehr es hilft, im Gespräch nochmal in eigenen Worten zusammenfassen, was der oder die Ratsuchende gesagt hat, um es besser zu verstehen und damit es keine Missverständnisse gibt. Wie gut unterstützt ich mich in der Rolle der beratenden Person gefühlt habe, wenn mir mein Gegenüber mit Wertschätzung und Optimismus begegnet ist. Dass es gut & hilfreich ist, sich mit seiner eigenen Schreib-Biografie zu beschäftigen. Und dass ich Freude daran habe, andere in ihrem Schreiben zu unterstützen.

 

Neue Ufer und ein bisschen seekrank

Es fühlt sich ein bisschen an, wie ein Schiff zu betreten: Leicht flau im Magen, aufgeregt, wohin die die Reise geht – und noch lange kein Land in Sicht. Ab 1. November bin ich offiziell selbstständig. Bis zum Jahresende möchte ich noch einiges erledigen und bin deswegen in „The Content Suite“ von Judith Peters eingestiegen. Sehr toller Input & Support, freue mich auf alles Weitere. Als nächstes geht es um den Aufbau meines Newsletters.

 

Frau mit Hund an einem grünen See mit Wald und Bergen im Hintergrund.

Was war sonst noch los im Oktober?

 

  • Ich liebe Notiz-Apps – und ich habe sie alle: Evernote, Notion, Obsidian, UpNote, OneNote, Craft… Um mich nicht vollends zu verzetteln und habe ich jetzt für eine entschieden. Und es ist –  tatataaa: Notion. So ganz trivial ist das System nicht. Es ist komplex,  bietet dafür aber eine Fülle an Möglichkeiten, sich zu organisieren.
  • Zwei Blogartikel gab es im Oktober. Diesen hier, mein erster „persönlicher“ Blogpost ever. Und einen zum Thema „Freewriting“ mit supernetten Kommentaren, über die ich mich mega gefreut habe.
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