Blogparade: Über das Schreiben schreiben

Blogparade: Über das Schreiben schreiben

Schreiben über das Schreiben? Ja, das geht – in einer Blogparade. Ich nehme die wunderbare Idee von Anna Koschinski auf, über das Schreiben zu schreiben (den Link zur Blogparade gibt es hier). Eine schöne, persönliche Schreibaufgabe, aber keine einfache. Wo fange ich an?

Vielleicht an einem Tag vor vielen Jahren. 

 

Der Haiku-Tag: Lektionen in Wortökonomie

25 angehende Redakteure im Volo-Kurs der Presse-Akademie. Hinter uns liegen zwei Wochen klassische Journalisten-Ausbildung im Jahr 2001: Reportage, Gerichtsbericht, Layout, Presserecht, Bildauswahl, Theaterrezension, Kommentar und Glosse.

Für den letzten Tag steht „Kreatives Schreiben“ im Seminarprogramm. Wir sind alle erschöpft und leergeschrieben und freuen uns auf einen wenig anstrengenden Tag mit einem netten Thema.

In den Raum tritt ein älterer, etwas zerzauster Mann. Ich ahne noch nicht, dass er mein künftiges Schreiben mehr beeinflussen wird als jeder andere der Lehrer und Dozenten.

Wir werden an diesem Tag acht Stunden lang nichts anderes machen als Haikus schreiben.

Ein Haiku ist ein klassisches japanisches Gedicht. Die kürzeste Gedichtform, die es gibt. Extreme Verdichtung. Extreme Konzentration. Die Essenz eines Gefühls, einer Landschaft oder eine Sache in drei Zeilen. Fünf Silben in der ersten Zeile, sieben in der zweiten und fünf in der dritten.

 

Ein Mensch schreibt mit einer Feder asiatische Schriftzeichen auf ein Papier.

Hier geht es ums Schreiben an sich

25 angehende Redakteure stöhnen. Uns dämmert, dass dieser letzte auch der anstrengendste Tag des Kurses werden wird. Wir sind es gewohnt, schnell gefällige, einfach lesbare Texte herunterzuschreiben.

Das hier ist etwas anderes. Hier geht es um das Schreiben an sich. Auch um unsere Einstellung zum Schreiben. Die Haikus fordern uns stärker als jede andere Schreibaufgabe im Kurs.

Wenn wir nicht Haikus schreiben müssen – und wir sind dankbar für jede Pause – zerpflückt der Seminarleiter unsere eingereichten Beiträge. Angewidert liest er Sätze aus unseren Zeitungsartikeln vor, spuckt uns Füllwörter und Adjektive entgegen, macht sich über Floskeln und Synonyme lustig.

 

Sechs Learnings: Die Macht der Worte

Was ich an diesem Tag lerne:

  1. Worte haben Macht.
  2. Jedes Wort zu viel ist ein Wort zu viel.
  3. Verben sind die Stars unter den Worten. Investiere deine Zeit in die Suche eines passenden Verbs.
  4. Füllwörter, Floskeln, ausgetretene Bilder, Sprichworte, Adjektive oder Gemeinplätze machen Texte schlecht, langweilig und austauschbar.
  5. Journalisten haben die verdammte Pflicht, sprachlich gute Texte zu schreiben.
  6. Was immer du tust, benutze niemals ein Synonym-Lexikon.

 

Bewusster schreiben

Natürlich benutzte ich weiterhin Füllwörter und Adjektive. Aber ich reduzierte sie, dachte beim Schreiben darüber nach, welches Wort mein Satz wirklich braucht und ob ich nicht auf die Schnelle noch irgendwo ein cooles Verb auftreibe.

Texte, die konsequent nach der „Haiku-Methode“ geschrieben werden, lesen sich oft pathetisch, schwer, tragend, gekünstelt. Heute schreiben wir anders, mehr, wie wir sprechen: Leichter, alltagstauglicher, weniger von oben herab.

Aber: Der Haiku-Tag hat etwas Grundsätzliches an meinem Schreiben geändert.

 

Titelfoto zum Thema

Schreiben im Umbruch

Schreiben ist heute im Umbruch. In einem äußeren und für mich persönlich in einem inneren.

Der äußere Umbruch zeichnet sich schon seit vielen Jahren ab, begann mit Internet und sozialen Medien und gipfelt jetzt im Schreiben der Chatbots, der Künstlichen Intelligenz. Dieses Thema treibt mich um und ich schreibe auch regelmäßig darüber. Schreiben mit KI ist ein tiefer Einschnitt in unsere Kulturgeschichte, in unsere Art zu lernen und zu denken.

Aufmerksamkeit im digitalen Zeitalter

Schreib- und Lesekonventionen haben sich stark verändert. Wir lesen heute anders, scrollen an Texten entlang, scannen nur einige Worte, bleiben mit unserer Aufmerksamkeit an schnell zu erfassenden Bullet Points und an Bildern oder Videos hängen.

Algorithmen als neue Leserschaft

Wir optimieren unsere Texte nicht mehr danach, ob sie sprachlich und stilistisch ausgefeilt sind, ob sie unsere Fantasie beflügeln, ob sie klug oder kreativ sind, ob ihre Worte andere Menschen berühren.

Wir optimieren sie mit immer feineren Methoden hin zu einem einzigen, übergeordneten Ziel: Dass der Algorithmus eines US-Konzerns sie indiziert und optimal ausspielt.

 

Kugel auf einer Tastatur, AI, Pink und Gelb. Ersetzt der Chatbot bald das Schreiben?

Andere Worte, neue Regeln

Geändert haben sich auch der Ton und mit ihm die Sprache, die sich geschrieben dem Gesprochenen angenähert hat, andere Worte nutzt, neue Regeln festgelegt hat.

Was ich in meiner Journalistenausbildung gelernt und viele Jahre praktiziert habe, gilt nur noch teilweise. Aber das sehe ich, wie jede Veränderung, als eine Chance.

 

Mein persönliches Schreiben

Der innere Umbruch ist vergleichsweise banal. Als Redakteurin habe ich beruflich geschrieben und damit mein Geld verdient. Jetzt schreibe ich unter anderem einen Blog und muss aus der professionellen Distanz auf eine persönliche Ebene wechseln, die mir manchmal schwerfällt.

Struktur mit Journaling

In meinem persönlichen Schreiben profitiere ich davon, dass ich vor einigen Jahren mit dem Journaling angefangen habe. Ich nutze es zum Planen, es hilft mir, meinen Tag und meine Arbeit zu strukturieren.

Ein Gamechanger für alle, die sich gerne mal verzetteln. Ich nutze Journaling auch zur Reflexion. Und manchmal einfach dazu, um mir etwas Aufwühlendes von der Seele zu schreiben.

Ein Zimmer für mich allein

Ich liebe dieses einfache, analoge Tool. Es ist ein Zimmer für mich allein, ein Ort, an den ich immer gehen kann, den ich nach meinen Wünschen einrichte und der nur mir gehört.

 

Frau beim Schreiben. Man sieht nur ihre Hand mit schwarz lackierten Fingernägeln. Sie schreibt in ein Notizbuch, in der Nähe liegt ein Laptop.

Schreiben als Wissenschaft

In meiner Fortbildung zur Schreibberaterin habe ich mich im vergangenen Jahr zum ersten Mal mit Schreibforschung und bewusst mit meinem eigenen Schreiben auseinandergesetzt. Wie schreibe ich? Was für ein Schreibtyp bin ich? Wo habe ich Blockaden? Wie ist meine Schreibbiografie und was kann ich aus ihr lernen?

Jeder, der professionell schreibt, profitiert davon, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Sie sind auch Teil der Schreibberatung, die ich anbiete.

Ich lerne viel Theorie. Ich lerne Schreibstrategien kennen. Konzepte. Was eine „authentische Schreibaufgabe ist“ (eine Aufgabe, die vom Schreibenden als sinnvoll empfunden wird) und wie wichtig das für unsere Motivation und die Qualität des Textes ist.

Lernen, während wir schreiben

Lange geht es um das Prinzip „Writing to learn“. Der Hintergrund dieses Ansatzes ist spannend. Er stützt sich auf die Erkenntnis, dass unsere Gehirn Informationen effektiver verarbeitet, wenn es aktiv in den Lernprozess einbezogen wird.

Beim Schreiben passiert genau das: Wir empfangen nicht nur passiv, sondern erschaffen und reflektieren im Schreibprozess aktiv. Das schärft unser Denken und ermöglicht es, komplexe Ideen in eigenen Worten zu erklären, was wiederum das tiefe Verständnis fördert. Wir denken im Schreiben.

Was mit KI verloren geht

Was also geht verloren, wenn wir künftig noch mehr und vielleicht irgendwann nur noch mit KI-Tools schreiben? Wenn der Schreibprozess sich auf die Eingabe, das Prompten, am Anfang und das Redigieren und Optimieren am Ende der Textproduktion reduziert?

Vielleicht ist die Aufregung auch übertrieben und die neue Technologie eröffnet uns und unserem Gehirn andere, ebenso kreative Räume und neue Möglichkeiten des Lernens und Verstehens.

Hat Textverarbeitung uns unkreativer gemacht?

Ich kann mich noch daran erinnern, was die damals neue Textverarbeitung mit meinem Schreiben gemacht hat. Als es plötzlich möglich wurde, aus dem linearen Schreiben auszubrechen, Worte zu löschen, Sätze, Absätze zu ändern und zu verschieben. Das Schreiben wurde leicht.

Bis heute schreibe ich so: Ich lösche und ersetze ständig Worte, Satzteile, Sätze, Absätze oder füge neue hinzu.  Lese den geschriebenen Satz noch mal durch, ändere etwas am Rhythmus oder schmeiße ein Füllwort raus. Fange den nächsten Satz an, lösche Teile davon wieder und so geht es weiter.

Hat uns Textverarbeitung unkreativer gemacht? Nein.

 

Wie geht es mit Meinem Schreiben weiter?

Seit ich selbstständig bin, muss ich mein Schreiben oft umdenken. Ich lerne Verkaufstexte zu schreiben. Das hat mit meinem journalistischen Schreiben wenig zu tun. Aber es schließt sich der Kreis zu den Haikus. Werbetexte sind kurz und prägnant und spielen mit verdichteten, auf ihre Essenz reduzierten Botschaften.

Ich muss persönliche Texte schreiben, wie diesen hier. Das fällt mir oft schwer. Ich bin es gewohnt, hinter den Worten unsichtbar zu bleiben.

Schreiben fühlt sich zurzeit ein bisschen merkwürdig an, in einem Umbruch. In einem Übergangstadium, in dem meine Schreibstimme erst wieder einen Raum finden muss.

 

Wofür will ich stehen?

Wofür ich stehen will: Für menschliches Schreiben – egal, was Maschinen künftig tun oder lassen. Für Texte, die etwas über das Leben erzählen. Über persönliche Erfahrungen, Geschichten, Gefühle, Fehler und Überzeugungen. In denen die Schreibstimme eines Autors oder einer Autorin zu hören ist.

 

Vielleicht möchtest du dich mit deiner eigenen Schreibbiografie beschäftigen? Wenn du dich zu meinem Newsletter anmeldest, bekommst du als Dankeschön mein  Workbook „Wo dein Schreiben beginnt“.

Eine Liebeserklärung an das Lesen: Die 1. Stuttgarter Buchmesse 2024

Eine Liebeserklärung an das Lesen: Die 1. Stuttgarter Buchmesse 2024

Buchmesse in Stuttgart. Buchmesse? In Stuttgart? Fast. Die 1. Stuttgarter Buchmesse fand am 9. März BEI Stuttgart statt, in Fellbach, und große Erwartungen hatte ich nicht. Wer bitte schön verirrt sich nach Fellbach, um ein paar Bücher anzuschauen?

Vor der Schwabenlandhalle ein Menschenauflauf, kurze Irritation, aber diese Menschen sind nicht wegen Büchern hier. Sie demonstrieren für Vielfalt und Frieden (was auch schön ist).

 

Regionale Autoren und Selfpublisher im Fokus

Zur Messe geht‘s um die Halle herum, zum Hintereingang. Aha, denke ich ernüchtert. Doch auch hier stehen Menschen, viele Menschen und die sind jetzt wirklich wegen der Bücher hier. Die Menge schlängelt sich über den Platz und wird in 20er-Blöcken eingelassen, viele junge Frauen unter ihnen.

 

 

 

Nach 30 Minuten bin ich drin (kann mich nicht erinnern,  jemals irgendwo 30 Minuten wegen Büchern angestanden zu haben), stehe in einer proppenvollen Halle vor liebevoll dekorierten Büchertischen, oft in zweiter Reihe wegen des großen Andrangs.

 

Auf der 1. Stuttgarter Buchmesse in Fellbach. Blick in den Ausstellungsraum.

Lässt sich die Liebe zum Lesen spüren? Mein subjektives Empfinden: Ja! In Fellbach!

 

New Romance, Fantasy und Krimis: Die neuen Lieblingsgenres 

Hier stellen Autoren aus kleineren und regionalen Verlagen und Selfpublisher aus, unterhalten sich ausgiebig mit den Messebesuchern, viele der Autoren und Autorinnen haben eine junge Fanbase, begeisterte Leser und Leserinnen, die extra zur Messe angereist sind.

Die neuen Genres heißen: Romance, Romantasy, Dark Romance, Young Adult oder New Adult. Oft schreiben die Autoren und Autorinnen ganze Reihen, viele Bücher haben auffallend gestaltete Cover.

Weitere Schwerpunkte an den Messetischen: Krimis, Fantasy, historische Romane und Kinderbücher.

 

Die Bücher finden am Samstag zügig Abnehmer, an vielen Tischen zeigt ein „Ausverkauft“-Schild an, dass die mitgebrachten Exemplare vergriffen sind.

 

Eine Liebesgeschichte in New York: Ich könnte ewig zuhören

Dann eben vorlesen lassen!

Über 20 Lesungen sind anberaumt, ich erwische die der Stuttgarter Autorin Lucinde Hutzenlaub, die ihren historischen Roman „In Liebe, Deine Paula“ vorstellt.

Es geht um Paula, die in Gablenberg aufgewachsene Großmutter der Autorin. Paula wandert in den 1930er Jahren nach New York aus und wird Dienstmädchen bei den Rockefellers. Ich könnte ewig zuhören! Es stört nicht mal das ohrenbetäubende „Imagine“ der Demonstranten auf dem Platz vor der Halle, das in den Mörikesaal dröhnt.

 

Glücklich mit Leselicht

Irgendetwas möchte ich aber kaufen, auch wenn es kaum noch Bücher gibt. Ich stoppe vor  einem schwarzen Kasten in Augenhöhe, den man mit Vorhängen verdunkeln kann.

Eine kleine Lampe, an der Brille befestigt, bringt so viel Helligkeit dort hinein, dass ich die an der Kastenwänden aufgeklebten Texte lesen kann. Juhu, ein Leselicht! Gekauft.

 

Später Nachmittag. Unbeirrt schieben sich Mensch durch die Tischreihen. Es wird diskutiert, in Büchern geblättert, fotografiert, gelacht.

Eine unerwartete Liebeserklärung an das Lesen. Eine New Romance. In Fellbach.

 

Der Termin für die zweite „Stuttgarter“ Buchmesse steht schon fest: 22. Februar 2025.

Infos zu den Veranstaltern Stefan Zeh und Ann-Katrin Zellner gibt es hier:  https://stuttgarter-buchmesse.de/veranstalter/

Und hier die offizielle Seite.

Authentisch Schreiben: Warum deine Schreibstimme zählt

Authentisch Schreiben: Warum deine Schreibstimme zählt

Authentisch schreiben – was bedeutet das? Wenn wir authentisch schreiben, bauen wir eine echte Verbindung zu unseren Lesern auf und schaffen Vertrauen. Wir zeigen uns mit unseren Werten, Erfahrungen und Gefühlen. Und: Unsere Schreibstimme ist ein Alleinstellungsmerkmal. 

Könnt ihr auch manchmal Texte, Bücher, Blogartikel eindeutig einem Autor oder einer Autorin und seiner oder ihrer Schreibstimme zuordnen? Oft erkennen wir eine bestimmte Art, Sätze zu bilden oder aneinanderzureihen. Einen besonderen, sarkastischen Ton. Bilder, Metaphern, Wortzusammenstellungen, die der Autor oder die Autorin auf eine ihm oder ihr eigene Weise nutzt. Ob jemand kitschig oder umständlich schreibt.

Manchmal können wir die Schreibstimme auch gar nicht an etwas Bestimmtem festmachen. Wir lesen einfach den oder die Schreibende(n) aus seinem oder ihrem Text heraus.

 

Finde deine Schreibstimme

Diese Schreibstimme hat viel mit Authentizität zu tun. Das Wort ist arg strapaziert. Ich möchte es hier trotzdem benutzen.

Authentizität bedeutet Echtheit, Glaubwürdigkeit, Sicherheit, Verlässlichkeit, Wahrheit.

Warum authentisch schreiben trotz KI-Hype zählt

Authentisch zu schreiben, wird mit dem KI-Hype ein immer selteneres Gut werden. Und gleichzeitig ein wertvolles. Ich weiß nicht, wie es dir geht. Aber wenn ich KI-generierten Content lesen möchte, dann frage ich ChatGPT direkt – und mache nicht den Umweg über den Blogartikel eines oder einer anderen. Warum auch?

 

Menschliches Schreiben überzeugt

Authentisch zu schreiben bedeutet, Gedanken, Gefühle und Überzeugungen in Worte zu fassen, ohne dabei die Erwartungen anderer zu erfüllen. Im Kontext deines Blogs oder deiner Website hilft dir authentisches Schreiben, eine echte Verbindung zu deinem Publikum aufzubauen. Mit menschlichem Schreiben. Mit deiner Schreibstimme. Mit deinen eigenen Gedanken.

Das ist manchmal anstrengend und fordernd. Aber es lohnt sich. Denn nur so kannst du aus dem weichgespülten KI-Einheitsbrei herausleuchten: Mit deiner Persönlichkeit, deinen eigenen, manchmal schrägen Formulierungen. Den Worten, die du in dir trägst.

 

Authentische Texte schaffen Vertrauen

Authentizität schafft die Basis für Vertrauen. Authentische Texte zeigen, dass hinter den Worten ein echter Mensch mit echten Erfahrungen steht. Das erfordert Mut. Ich selbst bin ein eher introvertierter Mensch und möchte mich in meinen Texten gar nicht so gerne als Person zeigen.

Dazu kommt, dass Schreiben aus der Ich-Perspektive in meinem journalistischen Leben tabu war. Deswegen habe ich außer in einigen Meinungsartikeln viele Jahre lang geschrieben, ohne mich selbst jemals zu erwähnen. Und auch heute fällt es mir noch schwer.

 

Um mit unseren Texten aus der Masse herauszuleuchten und eine Beziehung zu unseren potenziellen Kunden aufzubauen, muss unsere Schreibstimme aber zu hören sein. Und in unserem Blog, unseren Website- und Verkaufstexten müssen wir über uns erzählen.

 

Tipps für mehr Authentizität in deinen Texten

 

Wie machen wir das? Hier kommen vier Tipps:

 

  1. Erzähle deine Geschichte

Du hast eine einzigartige Geschichte, wie du zu dem Punkt gekommen bist, an dem du jetzt stehst. Zeige, dass hinter dir als Autor, hinter deinem Unternehmen oder deiner Marke eine echte Person steht. Beachte unbedingt den Unterschied zwischen „Persönlichem“ und „Privatem“. Überleg, was du mit deinen Lesern teilen willst, mach dich nahbar, aber nicht angreifbar.

 

  1. Sprich in deiner eigenen Stimme

Wenn wir wissen, dass unser Text veröffentlicht wird, fällt es uns oft schwer, authentisch zu schreiben. Vielleicht versuchen wir eine formelle oder „professionelle“ Stimme anzunehmen. Oder uns fällt gar nichts mehr ein. Oft hilft es, wenn du einfach mal drauflosschreibst, genauso, wie die Worte sich in dir formen. So, wie du sprichst. Vielleicht ist stilistisch nicht alles perfekt, aber du klingst nach dir. Deine Leser und Leserinnen schätzen Echtheit und fühlen sich eher zu jemandem hingezogen, der „menschlich“ und erreichbar erscheint.

 

Zur Übung kannst du einfach täglich ein bisschen ohne inneren Zensor schreiben. Tipps dazu findest du in meinen Blogartikeln zum Freewriting und zum Journaling.

 

  1. Zeige deine Leidenschaft

Leidenschaft ist ansteckend. Wenn du über die Dinge schreibst, für die du brennst, wird dir das Schreiben leichtfallen und du kannst begeistern. Mein Vorschlag ist, dein Schreiben in drei Schritte aufzuteilen und jeden einzeln für sich zu bearbeiten.

Schreibe erstmal drauflos, erschaffe deinen Text. In einem zweiten Schritt überarbeitest du diesen Text inhaltlich.  Und in einem dritten machst du ihn veröffentlichungsreif.

Das bedeutet: Um Korrekturen, Zwischenüberschriften, Suchmaschinenoptimierung und Bebilderung kümmerst du dich erst, wenn dein kreativer Schreibprozess abgeschlossen ist.

 

  1. Setze KI sparsam und sinnvoll ein

Ja, ein Chatbot ist ein verführerisches Tool, wenn es darum geht, schnell und einfach Texte zu verfassen. Ich verteufle die KI nicht, im Gegenteil: Ich nutze sie und lerne immer weiter dazu. Mein Tipp: Nutze ChatGPT oder ein anderes Tool gerne, lass dir bei der Gliederung, den Zwischenüberschriften, deinem Redaktionskalender  und beim Brainstorming helfen. Aber schreib deine Texte selbst.

Deine Leser möchten dich hören, nicht irgendeinen Bot.

 

Ich unterstütze dich gerne

Wenn es dir schwerfällt, deine Schreibstimme zu finden, authentisch zu schreiben oder du Schwierigkeiten hast, überhaupt mit dem Schreiben anzufangen, ist meine Schreibberatung vielleicht etwas für dich. Melde dich gerne unverbindlich für ein erstes Gespräch bei mir.

Memoir & Co: Autobiografisches Schreiben entdecken

Memoir & Co: Autobiografisches Schreiben entdecken

Kennst du den Begriff „Memoir“? In dieser Form des autobiografischen Schreibens nimmst du besondere Momente deines Lebens unter die Lupe, zoomst quasi in bestimmte Kapitel hinein. Statt wie in einer Autobiografie einen ganzen Lebensweg nachzuzeichnen, konzentrierst du dich im Memoir auf besondere Ereignisse, Phasen oder Themen, die dir am Herzen liegen.

 

Schreib deine eigene Geschichte

Meist geht es in einem Memoir um einen Umbruch, einen Neuanfang, eine schwierige Phase im Leben. Genau das macht das Genre für Schreibende so interessant: In ihm brodeln Drama und Emotion, sein Inhalt ist dynamisch und handlungsgetrieben und plätschert nicht leise vor sich hin wie (meist) in einer Autobiografie.

Jeder von uns hat diesen einen Sommer, der alles verändert hat. Oder diese eine, alles verändernde Reise. Eine prägende Erfahrung in der Kindheit. Das Klassentreffen nach 30 Jahren. Ein Abschied. Die Geschichte eines Bruchs und eines Neuanfangs.

Eine besondere Geschichte, die es wert ist

Im persönlichen Schreiben können wir diese Geschichten erzählen. Es muss nicht gleich ein ganzes Leben sein. Fang einfach mit einer besonderen Geschichte an. Einer Erfahrung, die es wert ist, erzählt, aufbewahrt und (vielleicht) von anderen gelesen zu werden.

Persönliches Schreiben ist eine gute Übung. Und im überschaubaren Setting einer einzelnen Erfahrung verliert man sich nicht so leicht und kann sich tief auf Details, Stil, Stimmung und Handlung einlassen und sie intensiv beschreiben. Man übt sich im Schreiben, ohne gleich mit einem großen Projekt und Erwartungen belastet zu sein.

Raum für innere Reflexion

Persönliches Schreiben schenkt uns einen Raum für innere Reflexion. Und indem wir unsere eigene Geschichte erzählen, verstehen wir uns selbst besser. Vielleicht kann unsere Geschichte anderen Menschen helfen oder sie inspirieren. Du kannst das Geschriebene aber auch einfach für dich behalten. Manchmal ist das Aufschreiben persönlicher Erlebnisse emotional belastend. Hör in dich hinein, ob du vielleicht Unterstützung brauchst.

Eine Frau mit rotem Nagellack hält eine Tasse und ein aufgeschlagenes Buch in der Hand. Man sieht nur einen Ausschnitt vom Hals bis zur Hand.

 

Fünf Gründe, ein Memoir zu schreiben

Es gibt viele Gründe, warum uns das Schreiben über unser eigenes Leben emotional guttut. Hier sind fünf davon:

• Wir schaffen Ordnung in unserer Lebensgeschichte. Wenn wir über unsere Vergangenheit schreiben, sortieren wir unsere Erinnerungen und Erlebnisse zu einer sinnvollen Abfolge. Wir suchen nach Zusammenhängen, Ursachen und Wirkungen, Höhe- und Wendepunkten. Wir geben unserem Leben einen roten Faden.

• Wir formen unser Leben aktiv. Wenn wir autobiografisch schreiben, entscheiden wir selbst, was wir erzählen wollen und wie wir es erzählen wollen. Wir wählen aus, was uns wichtig ist, was wir betonen oder weglassen, wie wir uns selbst und andere darstellen. Wir gestalten unsere Geschichte nach unseren eigenen Vorstellungen und Werten.

• Wir verstehen uns selbst besser. Wenn wir über unser Leben schreiben, reflektieren wir über unsere Erfahrungen, Gefühle, Gedanken und Motive. Wir treten in einen Dialog mit uns selbst, zwischen dem erlebenden und dem schreibenden Ich. Wir erkennen, wie wir geworden sind, wer wir sind, und was uns ausmacht.

 

There is no greater agony than
bearing an untold story inside you.

 

 

Maya Angelou, amerikanische Autorin und Bürgerrechtlerin

 

 

•Wir werden achtsamer. Wenn wir unser Leben schriftlich festhalten, schärfen wir unseren Blick für die Details, die unser Leben ausmachen. Wir nehmen uns Zeit, um in die Vergangenheit einzutauchen, und schreiben mit allen Sinnen. Wir lernen, unser Leben zu schätzen, auch die schwierigen oder schmerzhaften Momente

• Wir bewahren unsere Geschichte. Wir teilen unsere Erfahrungen, Erkenntnisse, Werte und Botschaften mit anderen. Wir werden Teil einer größeren Geschichte, die über uns hinausgeht.

Das sind nur einige der vielen Vorteile, die das persönliche oder autobiografische Schreiben für unsere emotionale Gesundheit hat.

 

Vielleicht hast du dir schon überlegt,  wie du ein erstes autobiografisches Kapitel angehen kannst. Oder du nutzt das persönliche Schreiben, um Erzähltechniken und Schreibstile auszuprobieren. Hier kommen ein paar Tipps, um anzufangen.

Den Fokus finden

Das Geheimnis liegt darin, das Richtige zu erzählen. Wähle als Thema etwas, das dich verändert, deinem Leben eine andere, neue Richtung gegeben hat. Eine Reise, eine Herausforderung oder einen Wendepunkt. Denke an Momente, und Entscheidungen, die dich geprägt haben.

Emotionale Tiefe erzeugen

Manchmal sind es auch kleinen Geschichten, die tief berühren. Eine Kindheitserinnerung, eine Freundschaft, ein Abschied. Was bewegt dich, wenn du daran denkst? Das ist oft ein guter Anhaltspunkt.

Warum sollte jemand deine Geschichte lesen? Weil sie authentisch ist, weil sie Resonanz erzeugt. Denke darüber nach, wie deine persönlichen Erlebnisse große Themen berühren – Liebe, Verlust, Wachstum, Überwindung.

Frau schreibt mit Füller und hat ein geöffnetes Buch neben sich.

Struktur und Planung

Jede Geschichte braucht eine Struktur. Wo beginnt deine Reise? Was sind die Schlüsselmomente? Und wie endet sie? Mach dir Notizen zu diesen Schlüsselpunkten.

Dein erster Entwurf ist nur ein Anfang. Ändere ihn, wenn deine Geschichte es erfordert.

Zeitstruktur

Chronologisch: Die einfachste Form ist, deine Geschichte in der Reihenfolge zu erzählen, wie sie passiert ist. Das gibt dem Leser einen klaren zeitlichen Rahmen.

Thematisch: Manchmal ist es sinnvoller, Geschichten nach Themen zu gruppieren. So kannst du tief in bestimmte Aspekte deines Lebens eintauchen, ohne dich an die Chronologie zu binden.

Klein anfangen

Episoden sammeln: Schreibe kleine Geschichten oder Anekdoten auf, die dein Thema beleuchten. Diese Episoden sind wie Puzzleteile, die zusammen dein Memoir bilden.

Verbindungen schaffen: Sieh, wie diese Episoden miteinander interagieren. Manchmal entdeckt man überraschende Verbindungen, wenn man die Teile nebeneinanderlegt.

Authentizität und Emotionen

Ein Memoir lebt von seiner Echtheit und emotionalen Tiefe. Deine Leser wollen deine „richtige“ Stimme hören. Schreib so, wie du sprichst und denkst. So wird deine Geschichte glaubwürdig und greifbar.

Emotionen sind wichtig und geben dem Geschriebenen Tiefe. Zu viel Drama kann aber kitschig und peinlich wirken. Hier geht es ums Ausbalancieren. Finde deine Schreibstimme. Probiere so lange herum, bis es sich für dich richtig anfühlt.

Vermeide komplizierte Satzstrukturen oder Fremdwörter. Deine Geschichte soll so zugänglich wie möglich werden. Nutze vielleicht Bilder und Vergleiche, um deine Erinnerungen und Gefühle zum Leben zu erwecken.

Überarbeitung und Feedback

Ein gutes Memoir entsteht nicht beim ersten Entwurf. Überarbeitung und Feedback sind essentielle Schritte im Schreibprozess.

Lass deinen Text nach dem ersten Entwurf ruhen. Mit etwas Abstand kannst du ihn später objektiver überarbeiten.

Feinschliff: Achte auf Flüssigkeit, Klarheit und Konsistenz. Streiche alles, was nicht zum Kern deiner Geschichte beiträgt.

Hol dir Feedback: Lasse Vertraute deinen Entwurf lesen. Konstruktives Feedback kann deine Geschichte verbessern. Sei offen dafür, auch wenn es manchmal schwerfällt.

Und: Respektiere die Persönlichkeitsrechte Dritter. Also von den realen Menschen, über die du in deiner Geschichte schreibst. Hier gibt es persönliche und juristische Grenzen, die du niemals überschreiten solltest. Mach dir darüber Gedanken, sprich mit den Personen und informiere dich darüber, was erlaubt ist.

 

Glossar: Formen persönlichen Schreibens

Autobiografie

Eine ausführliche Darstellung des Lebens einer Person, geschrieben von ihr selbst. Autobiografien sind oft chronologisch und decken meist das gesamte Leben des Autors ab. Sie betonen historische und soziale Kontexte und wie diese das Leben des Autors geprägt haben. Neuere Beispiele von bekannten Autobiografien sind etwa „Panikherz“ von Benjamin von Stuckrad-Barre, „Becoming“ von Michelle Obama oder „Das Schloss aus Glas“ von Jeannette Walls.

 

Memoir

Dieses Genre konzentriert sich auf spezifische Aspekte oder Zeiträume im Leben des Autors, statt auf sein gesamtes Leben. Memoirs sind themen- oder ereigniszentriert und enthalten oft reflexive Gedanken und emotionale Einblicke. Sie legen den Schwerpunkt auf persönliche Erfahrungen und Erkenntnisse. Aktuell hat zum Beispiel Daniel Schreiber mit „Zeit der Verluste“ ein Memoir geschrieben, in dem er den Tod seines Vaters und seinen Umgang mit der Trauer thematisiert.

 

Persönliches Essay

Ein kurzes Werk, das subjektive Gedanken, Gefühle und Reflexionen über ein bestimmtes Thema vermittelt. Persönliche Essays nutzen oft stilistische Freiheiten und sind weniger formgebunden als andere autobiografische Formen. Ein Beispiel ist Joan Didions Essay „The Year of Magical Thinking“.

 

Tagebuch

Im Gegensatz zu anderen Formen des autobiografischen Schreibens ist ein Tagebuch oft nicht für die Veröffentlichung gedacht, sondern dient dem persönlichen Gebrauch. Die bekannteste  Tagebuchveröffentlichung ist sicher „Das Tagebuch der Anne Frank„. Auch die Tagebücher von Victor Klemperer, Virginia Woolf, Sylvia Plath oder Franz Kafka zeichnen im persönlichen Schreiben ein Bild ihrer Zeit.

 

Erinnerungen

In Erinnerungen werden vergangene Erfahrungen aus der Perspektive des Jetzt erzählt. Oft wird nicht nur beschrieben, was passiert ist, sondern auch, wie diese Ereignisse vom Autor im Nachhinein reflektiert und interpretiert werden. Das Buch „Nichts, was man fürchten müsste“ von Julian Barnes ist ein gutes Beispiel für die Memoirenliteratur, in der er über den Tod und das Altern philosophiert.

 

Reiseliteratur

Ein Genre, das persönliche Erlebnisse und Beobachtungen während der Reisen des Autors beschreibt. Diese Art von Schreiben kann Elemente von Memoiren, Tagebüchern und Essays beinhalten, mit einem starken Fokus auf Orte, Kulturen und persönliche Entdeckungen. „Songlines“ von Bruce Chatwin über seine Reise durch Australien liebe ich sehr. Weitere Beispiele sind: „Eat, Pray, Love“ von Elizabeth Gilbert oder „Wild: From Lost to Found on the Pacific Crest Trail“ von Cheryl Strayed.

Sieben Bücher, die Lebensgeschichten und Autobiografien beinhalten auf einem Tisch.

Lebensgeschichte

Das Genre „Lebensgeschichte“ beschäftigt sich mit der Darstellung eines Lebens oder wesentlicher Teile davon. Es unterscheidet sich von der Autobiografie dadurch, dass der Text nicht unbedingt von der Hauptperson selbst verfasst sein müssen. Oft werden diese Geschichten von anderen Personen geschrieben, basierend auf Erzählungen, Interviews oder Forschungen. Hier sind einige Beispiele: „Steve Jobs“ von Walter Isaacson: Die Biografie des Apple-Mitbegründers basiert auf Interviews mit Jobs sowie mit Familie, Freunden, Kollegen und Konkurrenten. „Schindlers Liste“ von Thomas Keneally. Oder auch: „Die Asche meiner Mutter“ von Frank McCourt.

 

Epistolare Autobiografie

Eine seltener anzutreffende Form, in der die Lebensgeschichte des Autors durch Briefe erzählt wird. Diese können sowohl tatsächlich versandte Briefe sein als auch fiktive, die speziell für das Werk verfasst wurden. Beispiele sund „Briefe an Milena“ von  Franz Kafka oder „Briefe aus dem Gefängnis“ von Nelson Mandela. 

 

Kreatives Sachbuch

Das Genre „Kreatives Sachbuch“ (auch „Literarisches Sachbuch“ oder „Creative Nonfiction“ genannt) umfasst Bücher, die auf Fakten und realen Begebenheiten basieren, aber in einem erzählerischen, oft literarischen Stil präsentiert werden. Diese Art des Schreibens verbindet die Recherche und die sachliche Genauigkeit des Sachbuchs mit den stilistischen und erzählerischen Techniken der Belletristik. Beispiele sind: „H wie Habicht“ von Helen Macdonald, „Die Mittagsfrau“ von Julia Franck oder „Heimat“ von Nora Krug. Dieses grafische Memoir ist eine persönliche Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und der eigenen Familiengeschichte. Krug kombiniert persönliche Erzählungen mit Fotografien, Archivmaterial und Illustrationen.

 

Biografische Skizze

Eine kurze Darstellung eines Aspekts des Lebens einer Person, oft geschrieben von einem anderen. Diese Skizzen sind meist anekdotisch und zielen darauf ab, ein lebendiges Bild einer (oft berühmten) Person zu vermitteln. 

 

Literarischer Journalismus

Auch bekannt als „New Journalism“, verwendet diese Form des Schreibens seit den 1970er Jahren literarische Techniken, um nichtfiktive Geschichten zu erzählen. Sie wird oft für Artikel und Reportagen verwendet, die sich auf persönliche Erlebnisse des Autors stützen. Zwei bekannte Autoren des Genres sind Stefanie Sargnagel und Moritz von Uslar.

 

Digitales Storytelling

Eine moderne Form des autobiografischen Schreibens, die multimediale Elemente wie Text, Bilder, Audio und Video einbindet. Digitales Storytelling wird häufig in Blogs, Podcasts und auf sozialen Medien praktiziert und für Marketing eingesetzt.

 

Schreibimpulse

Dein erster Schultag: Beschreibe deine Gefühle, Erwartungen und die Atmosphäre dieses Tages. Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Lieblingsessen aus der Kindheit: Erzähle von einem Gericht, das dich an deine Kindheit erinnert. Wer hat es zubereitet? Gibt es eine besondere Geschichte oder Tradition, die damit verbunden ist?

Ein prägender Sommer: Denke an einen Sommer zurück, der für dich besonders wichtig war. Was hat diesen Sommer so besonders gemacht? Welche Menschen, Ereignisse oder Erlebnisse sind dir in Erinnerung geblieben?

Eine unvergessliche Reise: Erzähle von einer Reise, die einen tiefen Eindruck bei dir hinterlassen hat. Was hast du erlebt, gesehen und gefühlt? Wie hat diese Reise deine Sichtweise oder dein Leben verändert?

Ein Gespräch mit deinem jüngeren Ich: Stelle dir vor, du könntest mit deinem zehnjährigen Ich sprechen. Was würdest du ihm/ihr erzählen? Was würdest du gerne von deinem jüngeren Ich hören?

Eine alternative Realität: Überlege dir, wie dein Leben verlaufen wäre, wenn du an einem entscheidenden Punkt eine andere Entscheidung getroffen hättest. Beschreibe einen Tag in diesem alternativen Leben.

Das unerwartete Geschenk: Erzähle von einem Geschenk, das du einmal erhalten hast, das zunächst unbedeutend oder seltsam erschien, aber eine tiefe Bedeutung oder einen großen Einfluss auf dein Leben hatte.

 

An welches autobiografische Buch denkst du gern zurück? Schreibst du selbst persönliche Geschichten? Kommentiere gerne unter diesem Beitrag.

Schreibvorsätze: Wie du deine Schreibvorhaben für 2024 planst und umsetzt

Schreibvorsätze: Wie du deine Schreibvorhaben für 2024 planst und umsetzt

Ein neues Jahr ist der perfekte Zeitpunkt, um unser Schreiben zu reflektieren und konkrete Pläne für die kommenden Monate zu schmieden.  Hier erfährst du, warum ein einziger Tag im März 2020  meine Einstellung zum Planen von Grund auf verändert hat. Und  warum und wie du deine Schreibvorsätze für 2024 nicht nur planen, sondern auch konsequent umsetzen kannst.

Nie werde ich den 13. März 2020 vergessen. Ich war damals noch Kulturredakteurin bei einer kleinen Tageszeitung. Meine Kollegin und ich planten und füllten eine tägliche, lokale Kulturseite. Wir kündigten Ausstellungen, Konzerte, Vorträge, Comedy- und Theaterauftritte an und berichteten im Vorfeld und im Anschluss über diese Veranstaltungen.

Natürlich gab es auch andere Themen: Hintergrundberichte, Porträts, Interviews. Dennoch hangelten wir uns mit unserer Themenplanung hauptsächlich an den anstehenden Terminen der Woche entlang. Planung, hmm,  ja okay. Muss sein, ist aber nicht gerade meine Schlüsselqualifikation 🤷🏻‍♀️. Was soll schon passieren?

Eine weltweite Pandemie zum Beispiel. Es kam der 13. März. Der Tag, an dem es keine Kultur mehr gab und auch nicht abzusehen war, wann je wieder ein Künstler vor Publikum auf einer Bühne stehen würde. Es war später Nachmittag und ich hatte keinen Schimmer, womit ich eine blütenweiße, unschuldige Zeitungsseite füllen sollte, die in wenigen Stunden in Druck gehen würde.

Die Panik werde ich nie vergessen.

Seither weiß ich konsequente und langfristige Planung zu schätzen. Und vor allem: von Terminen unabhängige Themenplanung.

Zeitungsausschnitt. Kolumne.

Zeitungsausgabe vom Montag nach dem Lockdown. Seither weiß ich, wie wichtig Themenplanung werden kann.

 

Ich arbeite nicht mehr als Zeitungsredakteurin. Trotzdem habe ich mir für 2024 Schreibvorsätze vorgenommen und einen Redaktionsplan mit Themen gefüllt, über die ich schreiben möchte.

Meine Vorsätze: Einmal wöchentlich einen Blogartikel schreiben und einmal in der Woche einen Newsletter verschicken.

Meine Themen: KI und kreatives Schreiben, Schreibroutinen, Schreibblockaden,  Stil und Ton in unterschiedlichen Genres, Schreibtools und Bücher zum Thema Schreiben, Bedeutung von Lektorat und Feedback, persönliche Artikel wie zum Beispiel Monatsrückblicke, Buchbesprechungen und noch einiges mehr.

 

Warum wir von Schreibvorsätzen profitieren

Überlegst du, ob du dir für 2024 Vorsätze für dein Schreiben und deine Projekte setzen sollst? Hier kommen sieben gute Gründe:

  1. Schreibvorsätze helfen uns, Ziele zu setzen. Sie bieten eine Richtung und einen Fokus, was besonders wichtig ist, wenn man als Schreibender wachsen möchte.
  2. Unser Fortschritt wird messbar. Ob wir täglich eine bestimmte Wortanzahl schreiben, regelmäßig Blogposts veröffentlichen oder ein Buchmanuskript bis zu einem bestimmten Datum fertigstellen möchten – klare Vorsätze ermöglichen es, den eigenen Fortschritt zu verfolgen und zu bewerten.
  3. Schreibvorsätze ermutigen uns zur Selbstreflexion. Wir denken über Schreibgewohnheiten, Erfolge und Herausforderungen nach und können daraus zu lernen. Diese Reflexion ist wichtig für unseren Weg, unsere Entwicklung.
  4. Vorsätze fordern uns auf, die eigene Komfortzone zu verlassen. Vielleicht probieren wir neue Schreibstile aus, oder wagen uns an größere Schreibprojekte.
  5. Regelmäßiges Schreiben, wie es durch Schreibvorsätze gefördert wird, macht uns diszipliniert und ausdauernd. Zwei Eigenschaften, von denen unserer Schreiben profitiert.
  6. Wir stärken unser Selbstvertrauen. Jeder Blogbeitrag, jedes fertige Kapitel, jeder veröffentlichte Artikel ist ein kleiner Erfolg.
  7. Unsere Schreibvorsätze zahlen auf unsere langfristigen Ziele ein: Die Veröffentlichung eines Buches oder den Aufbau unseres Blogs.

SMARTe Ziele: Dein Kompass im Schreibdschungel

Von der SMART-Formel in Bezug auf Ziele hast du bestimmt schon gehört. Ziele sollen spezifisch (specific), messbar (measurable),  erreichbar (achievable),  relevant (relevant) und terminiert (time-bound) sein.

Zusammengefasst: Wir sollen unsere Ziele so setzen, dass sie uns zwar herausfordern, aber machbar und nicht unrealistisch sind.

Solche Ziele sind, auf das Schreiben bezogen, zum Beispiel:

  • Tägliches Schreiben: Setze dir das Ziel, täglich eine bestimmte Anzahl von Wörtern zu schreiben. Es muss nicht viel sein – Konstanz ist der Schlüssel. Das erreichst du mit Freewriting oder Journaling, über die ich in meinem Blog schon geschrieben habe.
  • Wöchentliche Meilensteine: Plane, jede Woche ein Kapitel zu beenden oder einen Blogbeitrag zu veröffentlichen. So siehst du regelmäßig Fortschritte.

Diese beiden Ziele reichen schon, um eine regelmäßige Schreibroutine zu etablieren, die dich in deinem Schreiben weiterbringt.

 

Richtung und Struktur in deiner Schreibreise

Indem du dir realistische Ziele setzt, gibst du deinem Schreiben Struktur und Richtung. Es ist deine eigene, einzigartige Schreibreise, und du bestimmst das Tempo. Setze dir Ziele, die dich inspirieren und motivieren und dir die Freude am Schreiben nicht nehmen, sondern erhalten.

Du kannst Apps oder Tools nutzen, um täglich deine geschriebenen Worte zu zählen oder deine veröffentlichten Artikel. Du kannst ein Vision-Board erstellen, um deine Ziele ständig sichtbar vor Augen zu haben oder dich für jeden deiner Fortschritte belohnen.

 

Tisch mit Notizblock und Stiften.

Planen mit Tools

Richtig angewendet kann uns vor allem aber ChatGPT gut helfen. Ich habe zusammen mit der KI einen 12-Monate-Redaktionsplan entwickelt und mir dann Themen für 52 Wochen zusammengestellt. Bestimmt werde ich in dieser Planung im Laufe des Jahres noch einiges ändern. Aber ich habe ein Gerüst und eine Themensammlung. Das ist verbindlich und gibt mir gleichzeitig Sicherheit.

Was ich wichtig finden: Beim Planen mit ChatGPT sollten wir Zeit investieren und den großen Vorteil des Tools nutzen: Den Dialog. Also: Themen detailliert eingrenzen, fürs Bloggen auch persönliche Artikel einplanen, mit Strategie arbeiten, SEO einplanen (lassen) – es gibt so viele Möglichkeiten.

Hast du ein Projektmanagement-Tool wie Asana oder Monday? Oder ein Notiz-App wie Evernote oder Notion? Auch hier kannst du deine Schreibziele und deine Themen hervorragend fürs Jahr vorplanen.

Ich arbeite seit einigen Monaten konsequent mit Notion und dem Workspace von Dagmar Mehling, der mich sehr gut beim Organisieren unterstützt und den ich gerne weiterempfehle.

 

Erfolgreiches Schreiben 2024: Schreibvorsätze in die Tat umsetzen

Vorsätze sind das eine. Umsetzen das andere (und Entscheidende). Vielleicht helfen dir die folgenden Vorschläge dabei, 2024 zu deinem Schreibjahr zu machen.

  • Setze dir gute Ziele. Anstatt dir vorzunehmen, „mehr zu schreiben“, setze dir das Ziel, jeden Tag 500 Wörter zu schreiben oder jede Woche einen Blogartikel zu veröffentlichen.
  • Plane feste Zeiten für das Schreiben in deinen Alltag ein und blocke diese Zeit für andere Dinge.
  • Entscheide, welche Schreibprojekte für dich im Jahr 2024 am wichtigsten sind. Konzentriere dich lieber auf ein großes Projekt, anstatt dich zu verzetteln.
  • Schreib jeden Tag. Ob morgens, mittags oder abends ist egal. Finde die Zeit, in der du am produktivsten bist.
  • Lass dich inspirieren: in Büchern, Podcasts, Gruppenprogrammen und/oder im Austausch mit anderen Schreibenden.
  • Setze dir Termine, die mit deinem Schreiben zu tun haben und trage sie jetzt schon in deinen Kalender ein: Buche einen Schreibworkshop oder nimm dir vor, 2024 beim Nanowrimo mitzuschreiben.

Ich wünsche dir ein produktives und erfolgreiches  Schreibjahr 2024 ✨

Lass mich gerne daran teilhaben. Welche Schreibvorsätze hast du fürs neue Jahr? Wie planst du am besten vor?

Jahresrückblick 2023: Changes (Turn and face the strange)

Jahresrückblick 2023: Changes (Turn and face the strange)

2023 war mein Jahr des Lernens. Ein wichtiges, schönes und ungewöhnliches Jahr. Ich habe drei Aus- und Fortbildungen begonnen. Ich habe mein Thema gefunden und mir selbst meine Website gebaut. Ich habe angefangen zu bloggen und bin in die freiberufliche Selbstständigkeit gegangen. Vieles ist noch unsicher und nicht perfekt. Aber egal.

Alles ist besser als in den Jahren zuvor.   

Mit der Wetter-App aus dem Tief: Programmieren

Mein Motto für 2023 hieß „Creativity“. Ich habe es im Dezember 22 ein bisschen ratlos in meinen Kalender geschrieben. Denn das Jahr lag wie eine unbekannte graue Masse vor mir, von der ich wusste, dass ich ihr irgendwie Gestalt geben muss, aber keine Ahnung hatte, wie.

Ein Berufsleben als Tageszeitungsredakteurin lag hinter und ein beruflicher Neuanfang vor mir, aber noch im Dunkeln. In irgendeiner fernen Zukunft, die noch nichts mit mir zu tun hatte.

Und hinter mir lag auch der würdelose Abschied aus der Redaktion, in der ich fast 25 Jahre lang gearbeitet hatte. (Fun Fact: Es gab nicht mal einen Abschied.)

Ich war bitter und betäubt.

Also tat ich das Naheliegendste.

Ich lernte programmieren 🤣.

Ohne zu wissen, was tatsächlich auf mich zukommen würde, meldete ich mich bei Shecodes an, buchte gleich einen großen Kurs und verbrachte den Winter mit HTML, CSS und Java Script vor meinem wunderschönen, blinkenden Editor. Ich jonglierte mit Tools, die so coole Namen hatten wie: Code Sandbox, Visual Studio Code, Color Picker, Bootstrap & GitHub – und war glücklich. Programmieren ist klar, eindeutig und schön. Programmieren fragt nicht, wer du bist, woher du kommst oder wie alt du bist.

Ich programmierte eine Landing Page, die mit einem Klick in den Dark-Modus wechseln kann. Ich staunte. Ich programmierte eine Welt-Uhr. Unglaublich. Ich programmierte eine Wetter-App. Das pure Glück.

(Hier geht’s zu meiner spektakulären Wetter-App 😊 😉)

Ich dachte: Wenn ich programmieren lernen kann, kann ich alles lernen.

Also habe ich einfach weitergelernt.

 

Funnel, SEO, Storytelling: Kann ich Marketing?

Ende Januar hat meine Fortbildung zum “Content Marketing Manager“ an der IU Internationale Universität angefangen. Das klingt toll und es waren aufregende fünf Monate. Aber, Spoiler:  Ich bin bis heute kein „Marketing Manager“, sondern ich fühle mich wie jemand, der gerade so die grundlegenden Marketingregeln gelernt hat.

Texten, um zu informieren, das kann ich und das war mein Anspruch in meinem Leben als Redakteurin. Texten, um zu verkaufen – das fühlt sich anders an.

 

Studienunterlagen der IU

Insgesamt nehme ich viel mit und habe auch von den Dailys während er Ausbildung profitiert, einem täglichen Format, in dem es um persönliches und berufliches Wachstum geht. Das wichtigste Learning der Fortbildung war aber: Ich habe keine Probleme damit, auf einem akademischen Niveau mitzuhalten und gute Noten zu schreiben.

Das hat mich bestärkt und mir Selbstvertrauen und Mut zurückgegeben.

 

Schreiben: Eine Liebesgeschichte in Zeiten von KI

Irgendwann im Frühling hab‘ ich es gefühlt. Ja, ich habe ein Thema, mit dem ich arbeiten möchte. Und nein, es ist nicht das Programmieren und auch nicht Marketing. Mein Thema liegt klar schon mein gesamtes Berufs- (und Studenten- und Schülerleben) vor mir.

Frei nach den Grundsätzen des Ikigai, die ich den Dailys an der IU gelernt habe.

Mache

  1. was du liebst
  2. worin du gut bist
  3. wofür die Menschen dich bezahlen und
  4. was du der Welt zu geben hast.

Mein Thema ist das Schreiben und ich kann und möchte Menschen in ihrem Schreiben unterstützen.

Buch auf einem Tisch. Titel des Buches: Leitfaden Lektorat. Daneben liegen eine Brille und Notizbücher.

Mir dämmerte allerdings schnell, dass ich den Zeitpunkt für diese weltbewegende Erkenntnis möglicherweise nicht optimal gewählt hatte. Mit ChatGPT, das ich selbst schon seit seinem Erscheinen im Herbst 2022 nutzte, und all den täglich wachsenden generativen Tools wird menschliches Redigieren, Lektorieren und auch das Schreiben stetig weiter entwertet.

Nach meinem Leben als Printredakteurin setzte ich also in meiner neuen beruflichen Entscheidung aufs nächste totgerittene Pferd, die nächste sterbende Branche.

🙄

Aber ich wurde bockig.

Ist Schreiben nicht viel mehr als Texte erstellen? Ist Schreiben nicht auch Wachsen, Denken, Lernen, persönliche Entwicklung, Haltung und Liebe? Sollen wir all das künftig an Maschinen abgeben? Wie verändern sich unsere Texte, unsere Geschichten und wir uns selbst, wenn wir nicht mehr „schreibend denken“, sondern nur noch prompten und redigieren? Können wir es uns leisten, den Schreibprozess zu überspringen? Was geht verloren? Und: Wollen wir das?

Diese Fragen trieben und treiben mich um. Abgesehen davon, dass ChatGPT vieles sehr gut kann – gliedern und coole Überschriften finden, brainstormen, Ideen sammeln, redigieren, SEO – schreibt er/sie oft schmierig süßliche, umständlich formulierte und austauschbare Texte. Das wird alles immer besser und perfekter werden, I know.

Dennoch liebe ich es, Texte von Menschen zu lesen, deren Schreibstimme klar und einzigartig durch jeden ihrer Sätze wabert. Die ihre eigenen, schrägen Formulierungen finden. Die ihre Geschichten abseits von glatten, weichgespülten Worten erzählen. Deren Sätze nicht aus recycelten und in der wahrscheinlichsten Reihenfolge wieder zusammengesetzten Buchstaben bestehen.

Ganz egal, was Maschinen künftig tun oder lassen.

Ich glaube an menschliches Schreiben.

 

Noch eine Ausbildung: Mein Weg in die Schreibberatung

Irgendetwas fehlte. Zwischenzeitlich hatte ich eine weitere Fortbildung angehängt: Die dreiteilige Ausbildung zur freien Lektorin an der Akademie der Deutschen Medien (ADM). Ich bin Mitglied im Berufsverband der freien Lektoren & Lektorinnen(VfLL) geworden und habe mich dort ins Lektorinnen-Verzeichnis eingetragen.

Mir dämmerte: Mit Texten umgehen kann ich ganz gut. Aber was ist mit den Schreibenden? Wie kann ich meine zukünftigen Kunden gut und nachhaltig in ihrem Schreiben unterstützen und nicht nur oberflächlich an ihren Texten feilen?

Ich habe mir dann einen akademischen Zugang ausgesucht, um dieses Thema anzugehen: Die Schreibberater-Ausbildung an der PH Freiburg. Soweit ich weiß, ist das die einzige offizielle Ausbildung – und schon die ersten Lektionen haben meine Sicht auf das Schreiben von Grund auf verändert.

Es war ein seltsamer Moment als mir aufging, dass ich mein gesamtes Berufsleben lang schreibe, mich aber jetzt zum allerersten Mal wirklich mit Fragen des Schreibprozesses und der Schreibforschung beschäftige. Bis dahin war mir nicht mal klar, dass es eine Schreibforschung gibt.

Frau sitzt schreibend an einem Tisch.

Wir bekamen stapelweise komplexe Literatur zum Durcharbeiten.

Schreibforschung hat, wie auch das kreative Schreiben, seinen Ursprung in den USA. Kurzer Exkurs: Dort hat das Schreiben einen anderen Stellenwert als bei uns. Creative Writing wird sowohl im Bildungssystem als auch in der breiten Öffentlichkeit hochgeschätzt und ist schon lange eine eigene akademische Disziplin. Es gibt eine lebendige Kultur rund um das Schreiben. Schreiben wird als Mittel zur persönlichen Entwicklung und als wichtiger Teil der Kultur gesehen.

Ich mag diesen Ansatz.

Auch Schreibzentren an Universitäten sind in den USA weit verbreitet. Bei uns gewinnen sie erst seit kurzem an Bedeutung. Als ich selbst studiert habe, gab es noch keine. Das akademische Schreiben wurde vorausgesetzt und war etwas, das wir uns irgendwie selbst beizubringen hatten. Nach dem Motto: Wenn du studieren willst, musst du das halt können. Mach!

Jedenfalls waren die Wochen während meines ersten Semesters dieser Ausbildung voller „Ahas“. Ich habe also eine Schreibbiografie und ich sollte sie kennen. Interessant. Es gibt Schreibertypen, die auf vollkommen unterschiedliche Art Schreibaufgaben lösen. Okay, noch nie vorher gehört. Wir haben gute und erprobte Werkzeuge, um Schreibblockaden oder andere Probleme während des Schreibens zu lösen. Schön zu hören. Unser Gehirn lernt während wir schreiben, deswegen ist es fatal, diesen Weg abzukürzen, etwa mit KI. Gut zu wissen.  

Das Prinzip für unsere Beratungen lautet: „Hilfe zur Selbsthilfe“. Als Beratende hören wir zu, geben wertschätzendes Feedback und unterstützen. Das durften wir im Oktober während des zweiten Ausbildungsbausteins gegenseitig üben. In meinem Oktoberrückblick  habe ich darüber geschrieben.

 

Ich baue mir eine Website: evatextet.de

Irgendwie musste meine Selbstständigkeit anfangen. Seit Monaten tauche ich tief in der Online-Business-Bubble und fische Infos aus dem Netz. Am machbarsten erschien mir die Strategie von Judith: Mit einem Blog und Expertenwissen Sichtbarkeit und Reichweite aufbauen.

Frau mit Hoodie.

Klar war: Ich brauche eine Website.

Um es abzukürzen: Das Selberbauen der Website war die Blaupause für ganz viele Dinge und Tools, an die ich mich erstmal nicht rangetraut habe und mit denen ich heute ganz selbstverständlich arbeite.

Mein Standard-Workflow ist: Anfangen. Durchbeißen. Fehler machen. Fluchen. Tutorial anschauen. Fluchen. Weitermachen. Tutorial weitere 11 Mal anschauen. Sich mit dem Unperfekten anfreunden. Damit arbeiten. Fluchen. Schritt für Schritt optimieren.

(Danke Martin fürs Logo & Enza fürs Fotoshooting ♥️)

 

 

Meine 3 liebsten eigenen Blogartikel des Jahres

 

 

Mein Jahr 2023 in Zahlen

  • Instagram-Follower: 48 (🤣😇)
  • Facebook-Fans: 68
  • Linkedin-Kontakte: 99
  • Veröffentlichte Blogartikel: 9
  • Selbstständig seit: 1. 11.
  • Gefahrene Kilometer: 10676
  • Gelaufene Kilometer: 1365

 

 

Was 2023 sonst noch los war


Ich liebe die Bücher von T.C. Boyle. Im Juni live und mit Widmung ♥️

 

Frau am Meer im Schneidersitz
Vitamin Sea 🌊♥️

 

 


Fotoshooting mit Zoey (Foto: Felix Russmann)

Meine Worte für 2024

Write. Shine ✨. Grow.

(Repeat).

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